WARUM DIE STILLE ÜBERALL TÜREN HAT

Aktualisiert: 24. Nov 2020

Ein Interview mit Judith Maria Kleintjes in Ihrem Atelier in Düsseldorf.

Liebe Judith, danke, dass wir Dich in Deinem Atelier besuchen dürfen. Kannst Du uns etwas über das Kunstwerk erzählen, dass Du uns zur Verfügung stellst?


Gerne. Das ist ursprünglich eine Tuschezeichnung, eine Malerei kann man sagen, mit flüssiger Acryltusche. Es könnte ein Horizont sein und es assoziiert mit einer Landschaft, vielleicht eine holländische Landschaft. Das Licht spielt eine große Rolle – es hat eine ganz stille Ausstrahlung. In meiner Arbeit geht es aber genauso stark um die Dunkelheit, die Dualität. Der Titel ist: »Die Stille hat überall Türen«.




Jemand hat über die Arbeit geschrieben, es referiert an alte die niederländische Malerei, das spielt das Licht eine große Rolle.


In Holland hat man ja die flachen Länder, wo man auch viel vom Himmel sieht und es ist gar nicht direkt gemeint als eine Arbeit, die eins zu eins Landschaftsmalerei ist. Es ist eher ein imaginäres Bild, das inspiriert ist von der Literatur Inger Christensens.



Was wird Dein nächstes Projekt sein?


Ich habe ein Stipendium bekommen, für zwei Monate in Paris in der Cité Internationale des Arts. Das ist ein Künstlerzentrum, in dem Künstler aus aller Welt »Artist in Residence« sind. Parallel dazu habe ich eine Ausstellung in einer Galerie in De Marais in Paris. Das ist für den 28. Januar 2021 geplant, jetzt mit Corona ist unklar, wie sich das alles entwickelt.




Womit arbeitest du am liebsten?


Ich arbeite am liebsten mit flüssiger Acyrltusche und Bleistift. Der Träger kann eine Leinwand oder Papier sein. Jetzt habe ich auf Holz gearbeitet. Das ist je nachdem, was ich ausdrücken will, welche Größe es haben soll. Auch, was ich gerade vorhanden habe. Das Werk für die Kunstauktion ist eine Edition in einer limitierten Auflage.



Welche Rolle spielt die Natur in Deiner Arbeit?


Die Natur spielt eine essentielle Rolle in meiner Arbeit, würde ich sagen. Es geht mir keineswegs um die Abbildung der Wirklichkeit, sondern um die dahinterliegenden Prozesse, Transformationen, Metamorphosen. Da spielt die Literatur, die Mythologie, eine wichtige Rolle, aber die Natur ist eigentlich der Meister aller Künste: Natura Artis Magistra.


Meiner Meinung nach ist die Natur eine unerschöpfliche Quelle an Inspiration. Letztens habe ich zum Beispiel wieder einige Photogramme erstellt, das ist Direktlicht mit Gegenständen auf Papier: An den unbelichteten Stellen werden die Silhouetten der Gegenstände sichtbar. Diese Arbeiten sind eine Ergänzung zu den bereits existierenden Porzellanarbeiten von Schatten – herrlich.




Wo würdest Du gerne einmal Arbeiten?


Ich hatte mich dieses Jahr als »Artist in Residence« in Japan beworben, weil ich deren Tradition interessant finde, wie dort mit Tusche als auch mit Porzellan gearbeitet wird. Und ich würde ganz gerne mal in Island arbeiten, ich kann mir das sehr gut vorstellen da: Die Landschaft, die Stille, das Verlassene, das Licht und die Dunkelheit, die Farben, das stelle ich mir total schön vor.



Warum machst Du bei der Kunstauktion mit?


Ja, unser Sohn war gerade noch auf dem Humboldt, bis jetzt im Sommer. Er hat Abitur gemacht und ich trage dem Humboldt ein großes warmes Herz zu.


Danke für das Interview und Danke für Dein Engagement!








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